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Feb. 01, 1999.
HP, Dell liefern Linux; Maritz stellt sich doof; Wer tötete Eudora?; MSN AltaVista; Money 99 Rückrufaktio
Hewlett-Packard hat am Mittwoch bekanntgegeben demnächst Linux Server herzustellen und Kundensupport für Red Hat Linux anzubieten, sobald die neueste Version des Betriebssystems erscheint. Kurz nach HP's Ankündigung sagten uns bekannte Quellen, daß Dell ähnliche Ankündigungen plant. Diese würde aber nicht nur Server betreffen sondern ebenso Workstations. Der in Texas heimische Computerhersteller offeriert bereits Linux als Option auf Servern, dies sollte jedoch nicht rechtfertigen, daß sie einen zusätzlichen Betrag von $249 (c.a. 410,-DM) dafür verlangen.
Dies ist ein schwerer Schlag für Microsoft, da HP und Dell zwei der wichtigsten Hardware Partner für MS sind. Nicht nur, daß Toshiba begann in Japan BeOS anzubieten, auch Dell und HP machen Linux eine echte Opion für ihre Kunden. Wenn man sich den $810 (ca. 1340,-DM) Aufpreis für ein 5-Client Windows NT Server ansieht, könnte die gar nix-bis-$50 Preisstruktur von Linux einen empfindlichen Einbruch in Mircosoft's Server Verkaufszahlen bedeuten.
NOTIZEN AUS DEM VERHANDLUNGSSAAL: Der zweite Zeuge Microsofts, Vizepräsident Paul Maritz, der am Montag aussagte, wiederholte, was er vorherige Woche in seiner geschriebenen Aussage ausgesagt hatte. In seiner Aussage und dem geschriebenen Dokument hat Maritz fast jedem Zeugen, angefangen bei Netscape's Executive James Barksdale bis zu Apple's Avadis Tevanian, widersprochen. Der Zeuge bestritt auch, er hätte jemals angedroht "Netscape die Luft abzudrehen", was von Intel Vizepräsident
Steven McGeady behauptet worden war. Regierungsanwalt David Bois merkte an, daß der Microsoft Vizepräsident sich selbst nicht so sicher war in einer Zeugenaussage im Oktober, wo er Fragen mit Antworten wie "Es ist möglich, aber ich erinnere mich einfach nicht" beantwortet hatte. Maritz antwortete er hätte seitdem die Aussagen von drei leitenden Intel Angestellten gelesen und er denke jetzt nicht, er hätte den Kommentar abgegeben.
Am Dienstag zeigte Boies eine Aussage eines weitere Intel Angestellten Russel Barck, in dem dieser gesagt hatte Maritz wäre der Erfinder des
Terms "einvernehmen und abschwächen" ("embrace and smother") gewesen mit der er Microsoft's Vorgehen im Internet beschrieb. Der Zeuge wurde daraufhin befragt ob er glaube, in dem man andere Firmen einschränkte Netscape zu nutzen eine Möglichkeit sah den Marktanteil des Internet Explorers zu erhöhen. Es antwortete "Ja, in bestimmten besonderen Situationen ... haben wir das getan". Er wurde daraufhin gefragt, ob Microsoft genau verfolgte wie sich der Marktanteil des IE im Vergleich zum Netscape entwickelt. Maritz antwortete, daß die Firma sehr wohl den Marktanteil beobachte, jedoch im Allgemeinen nicht nur im Vergleich zu Netscape. Boies fragte dann, wenn der Internet Explorer ein Teil von Windows ist, warum sollte die Firma seinen eigenen einsamen Markt beobachten.
Um diesen Punkt zu kräftigen, hat der Anwalt ein 22-seitiges Dokument vorgelegt, das Maritz 1996 schrieb und das mit 'Internet Browser' betitelt ist. Das Deckblatt des von Maritz verfassten Dokuments zeigt u.a. einen Graph der einen direkten Vergleich von dem zeigt, was Maritz "Browser Marktanteil" von Netscape und Microsoft genannt hatte. Boies blieb dran in dem er Maritz fragte, ob Microsoft sehen wollte, daß Netscapes Aktienkurs fällt. Der Zeuge antwortete er könnte sich nicht daran erinnern, daß dies ein "spezifisches [Beobachtungs-]Ziel" gewesen sei. Um dem Gedächtnis von Mr. Maritz nachzuhelfen, wurde ihm ein Artikel der Seattle Times gezeigt. Dieser Report beschreibt ein Mittagessen in dem Maritz 1995 eine sehr positive Resonanz zeigte, nachdem ihm ein Angestellter darauf aufmerksam gemacht hatte, daß Netscapes Aktien signifikant gefallen waren.
Am Mittwoch hat Maritz seine Verteidigung fast aufgegeben, indem er zugab, daß Microsoft 1995 tatsächlich Intel dazu zwang an von seiner eigenen Native Signal Processing Internetsoftware abzulassen und auch die Unterstützung von Java zu unterlassen. Aber er sagte, daß sie [MS] gegen die Software waren, nicht weil sie eine Konkurrenz zu Microsoft Produkten darstellte sondern weil es schlecht desinged war und auch nur in Windows 3.x gelaufen hätte. Diese Behauptung wurde regelrecht zerstört in dem eine EMail von Bill Gates gezeigt wurde. Diese Mitteilung erklärte, wie sich Intel bedroht fühlte, weil Computerherstellern von Microsoft verboten worden war, Intel Technologien wie MMX zu unterstützen solange bis Intel sich bereit erklärte die Entwicklung von Native Signal Processing einzustellen. Andere Mitteilungen von Gates erklärten wie die Chip Firma vorgeführt werden sollte: Microsoft hätte AMD's 3DX CPU Eweiterungen unterstützt bis Intel von seiner Arbeit mit Java Abstand genommen hätte.
Donnerstag begann die Debatte über ein entscheidendes Beweisstück, eine Tabellendatei die zeigt welche Funktionen in bestimmten DLL Dateien vom Windows und Internet Explorer gemeinsam genutzt werden. Richter Judge Jackson zwang Microsoft diese Datei am die Gegenpartei zu geben, was diverse andere Bereiche im Prozess der Regierung bereichern wird. Die Tabellendatei zeigt, daß Microsoft sehr wohl weiß, wie viel vom Browser Programmcode mit dem Betriebssystem geteilt wird. Dies steht im Widerspruch mit einer früheren Aussage. Es unterstreicht auch die Behauptung der Regierung, daß Microsoft "keinen vernünftigen Grund hatte den ganzen Internet Explorer an das Betriebssystem anzuschweißen."
Nachdem dies geklärt war, hat Anwalt Boies die Woche mit dem Kreuzverhör von Maritz geschlossen. Der Zeuge hat noch einmal argumentiert, daß
Microsoft sich neuen Firmen in der High Tech Branche stellen muß und daß die Firma bereits von Linux, OS/2 und anderen Konkurrenzbetriebssystemen belagert wird. Maritz machte dann die erstaunliche Behauptung, daß sein Sohn, der aufs College geht, Linux in weniger als zwei Stunden downgeloaded hatte und das Betriebssystem in weniger als einem Tag ans Laufen gebracht hatte.
Nachdem am Freitag das Gericht für die Woche schloß, hat ein drei Richter Kommitee eines Berufungsgerichts Microsoft eine Niederlage erteilt,
indem es eine frühere ENtscheidung von Richter Jackson bestätigte alle 20 Stunden der Gates Videoaufzeichnung freizugeben. Microsoft bekämpft die Freigabe des Materials seit Monaten, weil BillG so ein schlechtes Bild auf dem Band abgiebt; Quellen, die große Teile des Materials gesehen haben, sagen, daß der Microsoft Chef einen extrem unintelligenten, vergesslichen und aggressiven Eindruck machte.
Blue Mountain Arts haben eine weitere Runde in ihrem Rechtsstreit gegen Microsoft gewonnen. In einer Annhörung am Donnerstag hat Richter Robert Baines eine einstweilige Verfügung verfasst die verlangt, daß die Firma es unterläßt, daß Outlook Express Grusskarten von Blue Mountain in dem Spam Ordner des Programmes steckt. Microsoft hat 30 Tage um der Anordnung folge zu leisten, ansonsten wird Baines sie daran hindern auch nur eine weitere Kopie von Outlook Express zu verkaufen, bis der Fall endgültig
geklärt ist.
Blue Mountain verklagte Mircosoft im Dezember, mit der Begründung das mehrere Programme der Firma die Email Grusskarten von Blue Mountain als Spam auszeichnen. Seit dem wurde Microsoft angeordnet ihnen zu Helfen, damit die Grusskarten durch die EMail Filter kommen und sie haben eine Warnung für die Nutzer am MSN.com Portal angebracht. Die Publicity um den Fall haben bluemountain.com an die Spitze der Charts katapultiert. Sie wurden eine der meist frequentierten E-Kommerz Web Seiten im Dezember und übertrafen dabei sogar das weltbekannte Amazon.com.
Zufolge eines Mac OS Rumors Bericht vom Mittwoch plant Qualcomm die Eudora Softwareabteilung zu verkaufen oder ganz dicht zu machen um sich um das profitreichere Telekommunikationsgeschäft zu kümmern. Ein weiterer Bericht sagte, daß die Eudora Programme in direkter Konkurrenz zu Microsoft Programmen stehen und das ihre Pläne Eudora zu beenden teilweise durch den Druck
von Microsoft begründet wären. Microsoft und Qualcomm haben Vereinbarungen die von WinCE-basierten Handies bis zum Wireless Knowledge Joint-Venture gehen. Quellen von Mac OS Rumors sagten, daß die Eudora Abteilung bereits seit einer ganzen Weile zum Verkauf steht, sich aber kein interessierter Käufer gezeigt hätte und die meisten Programmierer der Abteilung zum Nichtstuen verdammt sind. Am Donnerstag sagte eine Qualcomm Sprecherin, die Firma bleibt ihrer Eudora Gruppe verpflichtet. Sie würde sich jedoch nicht zur Zukunft spezieller Produkte wie Eudora Planner oder dem Eudora Lite e-mail Client äußern.
US Bezirksrichter Ronald Whyte erlaubte Mirosoft eine Verlängerung der 90 Tage Frist die im November festgelegt wurde, damit die Java Produkte in Übereinstimmung (mit der von SUN geforderten Kompatibilität; Anm.d.Übers) gebracht werden können. Die Verlängerung reicht von 30 bis 180 Tage abhängig vom jeweiligen Produkt. Mircosoft bat um die Verlängerung, weil sie sich nicht im Stande sahen jede Version jedes Produktes in jeder Sprache bis zum Fristende am 15ten Februar in Übereinstimmung zu brigen.
Allerdings sind die meisten englischsprachigen Produkte bereits upgedated worden.
Der neueste Plan um Profit mit der Serie der MSN Web Seiten zu machen ist diese an andere Firmen zu lizensieren. Microsoft begann mit dieser neuen Strategie mit der Lizensierung von Hotmail an das AltaVista Suchportal, das monentan
iName nutzt um freie EMail anzubieten. Wie berichtet, wird Hotmail ein Teil von AltaVistas "Kommunikationsplattform" mit weiteren zusätzlichen Dienstleistungen, und wird auch ein Konkurrent für den AOL Instant Messenger. Als Gegenleistung wird AltaVista zu primären Suchmaschine für MSN. Inktomi wird ersetzt.
Anfang dieser Woche hat AltaVista's Vaterfirma Compaq angekündigt, daß es beabsichtigt eine seperate Firma für AltaVista ins Leben zu rufen und
eventuel einen eigenen Aktienfundus dafuer anzubieten. Ist es nicht möglich, daß AltaVista, als einer der Top Ten Webziele, somit ein Ziel für die Übernahme durch Microsoft wird? Wenn man sich die Beziehung von Compaq zum Ungetüm ("The Behemoth") ansieht, dürfte dies sehr wohl möglich sein.
An diesem Nontag soll laut Zeitplan eine neue Version von Microsofts WindowsCE freigegeben werden. Das Betriebssystem für Handheld Computer das in Konkurrenz zum PalmPilot steht. Es enthält neue Features, zu erwähnen wäre da die Farbunterstützung. Allerdings beklagen die Benutzer mit jeder neuen Version, daß das CE
System sich zu stark an einem desktop Betriebssystem anlehnt und die Eigenschaften der Handheld Umgebung nicht richtig ausnutzt. Auch sind die Preise für einen Handheld unglaublich hoch. Während einige Nutzer der Ansicht sind das WinCE es mit dem PalmPilot aufnehmen kann, hat 3Com's PalmPilot Abteilung angekündigt eine Farbbildschirm Version ihres Handheld später dieses Jahr herauszubringen.
Microsoft hat die Version von Money 99, Money 99 Plus und Money 99 Plus Update zurückgerufen, die für den deutschen Markt bestimmt sind. Dieser Entschluß wurde offensichtlich notwendig, da es in diesen Programmen Euro-kompatible Scripte gibt die Fehler aufweisen, so daß es nicht mehr möglich war auf Server deutscher Banken oder Aktienkurse zuzugreifen. Zwei Service Packs für Money 99 sind bereits veröffentlicht worden, doch beide konnten das Euro Problem nicht lösen, was dem technischen Support mehr als 500 Anrufer täglich bescherte. Microsoft verspricht, daß die neuprogrammierten Verisonen von Money 99 für umsonst ab April verfügbar seien werden. Das Problem taucht nicht bei den deutschsprachigen Versionen des Programms auf, das in der Schweiz und Österreich verkauft wird.
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